Time to say Goodbye, Dieselmotor!

Letzte Woche mussten wir uns nach 30 Jahren von unserem Dieselmotor im Kraftwerk in der Gartenstraße verabschieden. Er hat uns immer treu gedient und dafür gesorgt die GrafingerInnen im Notfall und in Versorgungsengpässen mit Wärme zu versorgen, aber jetzt muss modernisiert werden! Ein kleiner Rückblick mit Infos zu unserem Motor und was für die Zukunft geplant ist beantwortet Simon Rothmoser einer der Geschäftsführer.


1. Wann wurde der Motor eingebaut & gab es davor schon einen anderen Motor der durch ihn ersetzt wurde?


Der Motor wurde im Jahr 1990 eingebaut und hat damals einen alten Gasmotor mit 6 Zylindern ersetzt, der wiederum bereits seit 1963 in Betrieb war und auf dem zweiten Bild zu sehen ist. Dieser Motor war in gewisser Weise der Beginn der modernen Wärmeversorgung in Grafing. Er hat in den 60er Jahren das Kraftwerk und ein Wohnhaus in der Gartenstraße, sowie unser Geschäftshaus am Urtelbach mit Nahwärme versorgt. Der Dieselmotor wurde genau an die gleiche Stelle auf das alte Betonfundament gestellt.


2. Warum wird der Motor verkauft & wie transportiert man sowas ab?


Ähnlich wie es damals dem Gasmotor erging, muss auch der Dieselmotor uns verlassen, weil er einfach nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen um den Motor weiter betreiben zu können wären zu aufwendig. Ein weiteres Manko sind die fehlenden wichtigen Automatisierungsfunktionen.

 

Nachdem der Motor von den Verbindungsleitungen im Inneren des Kraftwerkes entfernt und wurden, konnte er in Zentimeterarbeit nahezu an einem Stück mit Hilfe unseres eingebauten Kransystems aus der Halle befördert werden. Dort wurde er dann auf einen Stapler gehievt, der ihn wiederum auf einen Tieflader geladen hat.


3. Was sind die Pläne für die Zukunft?


Der alte Dieselmotor hatte durch seine Schwarzstartfähigkeit die Möglichkeiten sowohl als Notstromaggregat das Stromnetz im Inselbetrieb zu versorgen, als auch in absoluten Spitzenlastzeiten oder bei Ausfällen sonstiger Anlagen das Wärmenetz zu versorgen. Diese beiden Aufgaben werden in Zukunft getrennt von zwei Aggregaten erledigt.

 

Zum einen wird es ein modernes Gas-BHKW mit Kraft-Wärme-Kopplung und modernster Abgasnachbehandlung geben. Dadurch erreicht der Motor schon vor der eigentlichen Notwendigkeit die niedrigsten Abgasgrenzwerte nach dem neuesten Bundes-Immissionsschutzgesetz. Durch seinen hohen Wirkungsgrad und die dabei sehr niedrigen CO- und NOx-Emissionen (Summe aus ausgestoßenem Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2)), ist das BHKW auf jeden Fall eine klimafreundlicher und ehrwürdiger Nachfolger!

 

Zum anderen wird es ein neues Notstromaggregat auf einem Tandem-Anhänger geben, welches die meiste Zeit als stille Reserve geparkt ist und im Notfall einen Inselbetrieb des Stromnetzes erlaubt. Zusätzlich gewinnen wir die Möglichkeit, bei einer größeren Netzstörung das Aggregat an einen beliebigen Ort bringen zu können, um dort einen Inselbetrieb fahren zu können.


4. Wann finden die Baumaßnahmen statt & wie baut man sowas ein?


Die Baumaßnahmen zum Einbau des neuen BHKW finden im Herbst dieses Jahres statt. Ebenso wie beim Dieselmotor werden wir die Anlage mit einem Stapler bis zum Kraftwerk transportieren und dann auf die interne Krananlage zurück greifen um den Motor auf sein Fundament zu bringen. Das Arbeiten zur Inbetriebnahme werden unsere Monteure dann zwei bis drei Tage beschäftigen.


5. Ändert sich etwas für die Rothmoser Kunden?


Die Wärmeversorgung wird sich für unsere Kunden nicht anders „anfühlen“. Trotzdem wird sich indirekt etwas ändern, denn durch die hocheffiziente Anlage und die Möglichkeit mehr Nahwärme zu produzieren, können wir natürlich auch mehr Kunden versorgen. Durch den Einsatz vom Biomethan im neuen BHKW wird der Anteil der nachhaltigen Wärme in unserem Netz anhaltend erhöhen.